Griller-Knigge

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Grillieren ist wohl eine der ursprünglichsten Kochformen - aber kein Grund, sich wie ein Neandertaler aufzuführen.  

Damit es beim Grillieren nicht zu rauchenden (Nachbarschafts-)Köpfen kommt, gilt es, ein paar Regeln zu beachten:

Rechtslage

  • Nach Schweizer Mietrecht kann das Grillieren auf dem Balkon nicht generell verboten werden, auch wenn im Mietvertrag oder in der Hausordnung etwas anderes steht. Ausser, es gibt einen sachlichen und verhältnismässigen Grund.
  • Ein Mietvertrag kann durch Klauseln bestimmen, welche Grills (Gas-, Elektro- oder Kohlegrills) auf dem Balkon benutzt werden dürfen.
  • Es gilt die Rücksichtspflicht. Sprich, wenn du deine Nachbarn regelmässig und übermässig zuqualmst, können sich diese beim Vermieter beschweren. Der Vermieter muss von Gesetzes wegen auf diese Beschwerden eingehen. Die Folge kann eine Verwarnung, im Extremfall sogar die Kündigung sein.
  • Die Rücksichtspflicht gilt auch für Hausbesitzer.
  • Im Gegensatz zum Grillieren auf dem Balkon kann der Vermieter oder die Liegenschaftsverwaltung jedoch verbieten, dass auf den gemeinschaftlichen Bereichen der Liegenschaft grilliert wird.
  • Ab 22 Uhr gilt in der Schweiz Nachtruhe. Wird diese ignoriert, kann es zu Verwarnungen und evtl. Bussen durch die Polizei kommen. Erlaubt sind jedoch Gespräche, die die Tischlautstärke nicht überschreiten. 

Verhaltenstipps

  • Generell sind Gas- oder Elektrogrills zu empfehlen, gerade wenn der Platz knapp ist.
  • Wenn möglich nicht auf dem Balkon grillieren. Bausubstanzen wie Wand, Geländer, Sonnenstoren sind gefährdet.  
  • Aufgepasst beim Platzieren des Grills! Der Nachbar empfindet Rauch in der Wohnung genauso störend wie du. Und er hat auch das Recht, Balkontüre und Fenster offen zu lassen.
  • Sparsam mit Marinade und Fett umgehen – dann tropft weniger in den Grill und es gibt weniger Rauchentwicklung.
  • Wenn du mit einem Kohlegrill grillierst, setze Kohle und Anzünder sparsam ein oder benutze einen Blasebalg.
  • Kein frisches oder behandeltes Holz zum Anfeuern benutzen.
  • Abfälle gehören in den Mülleimer und nicht auf oder in den Grill – du bist schliesslich keine Müllverbrennungsanlage.
  • Lade deine Nachbarn auf eine Grillparty ein – gerade wenn es eine Feuerstelle auf dem Grundstück gibt. Oder frage sie, ob sie auch was auf den Rost legen wollen.  
  • Warne die Nachbarn vor, wenn du mehrere Leute zum Grillieren einlädst oder eine Fete veranstaltest.
  • Falls eine Grillparty lauter und rauchiger ausgefallen ist, entschuldige dich am nächsten Tag bei deinen Nachbarn.
  • Falls dich das Gegrille deines Nachbarn nervt, sag ihm das freundlich und nicht erst, wenn du schon auf 180 bist. Meist ist ihm gar nicht bewusst, dass er dich stört oder zuqualmt. Biete Lösungsvorschläge an, schliesslich ist man selbst meist auch nicht der perfekte Nachbar. 

Quelle: Mieterverband.ch

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