Putzen nicht Polieren!

Wie ein richtiger Grillmaster die Drecksarbeit regelt.

Wir Grillmeister sind nicht in Weiss gewandt wie Chefköche, sondern schwarz – weil Dreck beim Grillieren einfach dazugehört. Dennoch muss das Gerät geputzt werden. Man will ja nicht, dass das schöne Steak nach dem Fisch vom Vortag riecht. Und noch weniger nach Seife! Darum kommt mir nur Fettlöser als Reinigungsmittel in den Grill. Auch sonst ist die Gerätschaft rustikal: Messingbürste, Stahlwolle und ein Lappen reichen. Mehr braucht es nicht. Ein Grill gehört gereinigt, nicht poliert.

Falls ihr nichts davon zur Hand habt, gibts auch noch andere Hilfsmittel:

In der freien Natur könnt ihr den erkalteten Rost über Nacht nahe einem Ameisenhaufen deponieren. Die Insekten sind fleissig wie Heinzelmänner und fressen freudig den Rost sauber. Ein anderer Trick ist den verkrusteten Rost in nasses Zeitungspapier zu wickeln. Über Nacht eingeweicht, lässt sich der Dreck am nächsten Tag ganz leicht abreiben. Oder ihr lasst ihn einfach in nassem Gras übernachten – das funktioniert auch.

Ist keine Messingbürste für die Rostreinigung zur Hand, könnt ihr die für das Grillgut gebrauchte Alufolie zerknüllen, um damit die Stäbe von Essensresten zu befreien (dazu eine Grillzange zu Hilfe nehmen).
Bei Holz- und Kohlegrills könnt ihr die Asche mit Wasser vermischen und den Grill so putzen. Funktioniert bestens. Seife enthält ja auch viel Asche. Ausserdem düngt das Asche-Abwasser erst noch den Boden. Auch kalter Kaffeesatz funktioniert bestens als Schmirgelmasse und Fettlöser.

Damit gar nicht so viel am Rost kleben bleibt, pinselt ihr ihn vor dem Bratgutauflegen mit ein wenig Speiseöl ein – aber aufpassen, dass das Öl nicht in die Glut tropft und Flammen bildet. Oder ihr reibt ihn mit der geschnittenen Fläche einer Kartoffel ein. Auch dann bleibt weniger an den Stangen kleben.

Das schönste am Grillputzen ist aber, dass man sich nach dem Grillieren erstmal der Gemütlichkeit mit den Gästen hingeben, und das Putzen getrost auf den nächsten Tag schieben kann. Einfach den Grill wieder aufheizen, bis der Rost heiss ist, dann löst sich der Schmutz ganz einfach.
 
Und nicht den Polier Doktor machen. Ein bisschen Dreck muss sein.

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