Gesellig grillieren wie die Gauchos

Das lateinamerikanische Festmahl Asado braucht Zeit und Gäste.

Bei den letzten Grillweltmeisterschaften gewannen die Argentinier mit ihren Spezialitäten vom offenen Feuer mein Herz. Statt auf Hightech-Heizer und Gourmetgrilladen setzten sie auf Gemütlichkeit und Gastfreundschaft.

Bei ihrem Asado gart man verschiedene grosse Stücke über Stunden auf kleiner Hitze. So bleibt das Fleisch saftig und wird unglaublich aromatisch und zart. Und weil die Zubereitung mindestens sieben Stunden dauert, bietet schon das Präparieren langen Grillgenuss. Steht man mit seinen Gästen um das Feuer, wächst nicht nur der Appetit, man lernt sich bei den Gesprächen auch besser kennen.

Schon die Zubereitung ist hemdsärmlig. Erst muss man nämlich ein eisernes Doppelkreuz oder eine ähnliche feuerfeste Vorrichtung basteln, um das Fleisch mit rostfreiem Draht aufzuspannen.

Beim Grillieren selbst sollte man leicht brennendes Nadelholz nur zum Anfeuern verwenden. Denn das Harz sorgt beim Verbrennen für einen bitteren Geschmack. Darum zum Grillieren besser harzarmes Hartholz verwenden.
Damit ich über Stunden immer genug Glut für eine konstante Hitze habe, mache ich ein Nebenfeuer. So bekommt das Fleisch keine Flammen ab.

Nebst den grossen Brocken am Stecken gehören zu einem Asado auf einem Nebenrost auch lange Schweinsrippen, Würste und Gemüse. Auch die gare ich auf kleiner Hitze. Dazu noch ein paar klassische Glutkartoffeln in der Alufolie.

Die Fülle ist wichtig. Bei einem Asado muss für alle etwas dabei sein. Schliesslich ist das Gesellige das Wichtigste für einen gelungenen Grilltag. Das Essen ist dabei schon fast Beilage – wobei: schmeckt es so lecker wie ein Asado, ist es wohl eher die Kirsche auf dem Kuchen.

PS: Eine ganze Schweinsseite ist in der Schweiz nicht ganz einfach zu bekommen. Schweinerippe gibts dafür in jedem Coop mit einer bedienten Fleischtheke.

Asado

Zutaten

Für 25 Personen

  • 1 Ganze Schweineseite (ca. 7 Stunden)
  • 1 Schweinerippe (Longrip) (ca. 7 Stunden)
  • 1 Ganzes Rindsrack, dry aged (ca. 6 Stunden)
  • 10 - 12 verschieden grobe Würste (ca. 1.5 Stunden)
  • 5 Maiskolben (ca. 1.5 Stunden)
  • 5 - 6 Peperoni (ca. 1.5 Stunden)
  • 4 Gemüsezwiebeln (ca. 1.5 Stunden)
  • 25 Kartoffeln in Alufolie (ca. 1.5 Stunden)
  • 1-2 Zweige Rosmarin
  • 2 EL Salz
  • 1 EL Pfeffer gemahlen
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 2 dl Wasser

Informationen


Marinade:

Ein bis zwei Rosmarinzweige mit den anderen Zutaten in eine Schüssel geben und vermischen. Den restlichen Rosmarin mit Draht zu einem Pinsel binden.


Zubereitung

  1. Löcher in die Schweineseite bohren und das ganze Stück mit rostfreiem Draht am Spiess aufspannen.

  2. Schwarte einschneiden und mit Salz einreiben.

  3. Den Spiess gut im Boden fixieren, so dass das Fleisch ca. 80 cm Abstand von der Hitze hat.

  4. Ein erstes Mal mit dem Rosmarinpinsel Marinade auftragen.

  5. Die langen Schweinsrippen auf den Nebenrost legen und marinieren.

  6. Die Stücke alle 20 Minuten frisch mit Marinade bepinseln.

  7. Rinderseite an den Spiess hängen und marinieren.

  8. Nach ca. vier Stunden alles einmal wenden.

  9. Zwiebeln halbieren und Kartoffeln in Alufolie wickeln.

  10. Das Gemüse und die Würste ca. 90 Minuten vor dem Essen auf den Rost legen (nur einmal wenden).

  11. Folienkartoffeln direkt in die Glut legen.

  12. Alle an den Tisch bitten, Stücke schneiden und servieren.

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